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Jan 28

Urologische Spasmolytika gegen Inkontinenzbeschwerden

Bildquelle: www.121doc.de

Dranginkontinenz und eine überaktive Blase sind keine seltenen Probleme und können Menschen verschiedener Altersklassen und Lebensumstände treffen. Wenn Beckenbodentraining und Verhaltenstherapie nicht mehr weiterhelfen, können Medikamente eine erlösende Wirkung haben. Nach der Diagnose mithilfe eines Miktionsprotokolls, in dem der Patient sein Trink- und Harnverhalten dokumentiert, kann der Arzt oder die Ärztin urologische Spasmolytika zur Linderung der Beschwerden verschreiben. Diese Medikamente beruhigen die Blasenmuskulatur und erhöhen das Fassungsvermögen der Blase.

Wirkstoff zur Beruhigung der Harnblasenmuskulatur

Spasmolytika werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, unter anderem zur Hemmung vorzeitiger Wehen oder bei Asthma Bronchiale. In der Urologie sollen sie vor allem Krämpfe der Harnwege lösen. Ein Spasmolytikum wird nämlich auch als Muskelrelaxantium bezeichnet und senkt den Spannungszustand bzw. löst die Verkrampfung der glatten Muskulatur. Der meist verbreitete Arzneistoff der pharmakologischen Gruppe der urologischen Spasmolytika ist Solifenacin. Dies ist ein anticholinerger Wirkstoff, das heißt, er fördert anticholinerge Effekte durch Hemmung des Neurotransmitters Acetylcholin. Er wirkt auf das Nervensystem in Richtung Blasenlähmung, wobei es auf die korrekte Dosierung ankommt. Dabei genügt, im Gegensatz zum bis 2004 meist verwendeten Wirkstoff Tolterodin, eine Einnahme einmal täglich, um eine Wirkung zu erzielen. Wie das Magazin der Düsseldorfer Universität berichtete, konnten klinische Studien darstellen, dass in vielen Fällen mit Solifenacin die Drangepisoden und Inkontinenzfälle signifikant zurückgingen, wo sie es unter Tolterodin-Einnahme nicht taten.

Die bekanntesten urologischen Spasmolytika sind:

  • Oxybutynin
  • Tolterodin
  • Fesoterodin
  • Darifenacin
  • Solifenacin

Urologisches Spasmolytikum Vesicare schafft Erleichterung bei Dranginkontinenz

Bildquelle: www.121doc.de

Wer öfter einen starken, nicht unterdrückbaren Harndrang verspürt, nach dem bald ein unwillkürlicher Urinverlust erfolgt, leidet unter Dranginkontinenz. Dagegen gilt ein übermäßiger und ununterdrückbarer Harndrang ohne unwillkürlichen Urinverlust als „instabile Blase“, „Reizblase“ oder „überaktive Blase“. Betroffen ist etwa jeder fünfte Erwachsene, zumeist tritt das Problem in höherem Lebensalter auf. Die Ursache ist oftmals ein instabiler Blasenwandmuskel (Musculus detrusor). Zur Erleichterung der Symptome durch Einwirkung auf diesen Muskel helfen urologische Spasmolytika, etwa solche wie Solifenacin. Ein bekanntes und bewährtes Medikament mit dem Wirkstoff Solifenacin ist Vesicare (rezeptpflichtig). Durch den Wirkstoff Solifenacin werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Drangepisoden seltener und die Blasenkapazität erhöht. Im Fachjargon spricht man auch von einer Senkung der Miktionsfrequenz und Erhöhung des Miktionsvolumens. Daher ist Vesicare ein erfolgversprechendes Medikament bei Dranginkontinenz und überaktiver Blase.

Anticholinerge Effekte gegen Inkontinenzbeschwerden nutzen

Urologische Spasmolytika gehören zur Gruppe der anticholinergen Arzneistoffe und wirken auf den Neurotransmitters Acetylcholin, der für viele physiologische Prozesse bedeutsam ist. Er greift an die cholinergen Rezeptoren an. Die Einnahme urologischer Spasmolytika hemmt nun die Wirkung des Neurotransmitters. Im Bereich der Harnwege kann eine Überdosierung zu Harnverhalt führen, weswegen der Patient sich strikt an die Packungsbeilage sowie die Ratschläge des Fachpersonals halten sollte. Dies senkt auch das Risiko für Nebenwirkungen wie Sehstörungen oder Mundtrockenheit. Wie genau ein Mensch auf die verschiedenen urologischen Spasmolytika reagiert, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Anticholinerge Arzneistoffe verschiedener Art haben sich aber in vielen medizinischen Bereichen bewährt. So wirken viele inhalative Bronchodilatatoren oder Parkinsonmedikamente anticholinergen. Im Bereich der urologischen Spasmolytika gelten Darifenacin und Solifenacin als nebenwirkungsarm, da sie selektiver an M3-Rezeptoren angreifen als andere anticholinergene Arzneien.

Mehr zum Thema: Verschiedenen Mittel gegen alle Arten der Blasenschwäche

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