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Feb 17

Ratgeber: Teppenlift

Für den Einbau eines Treppenlifts kann es verschiedene Gründe geben. Die klassische Situation ist sicher jene, bei der ältere Menschen einen Umzug oder einen schwierigen Umbau ihrer gewohnten häuslichen Umgebung vermeiden wollen. Allerdings kann auch in jüngeren Jahren durch einen Unfall beim Sport, eine Krankheit oder eine angeborene körperliche Beeinträchtigung das Treppensteigen beschwerlich bis unmöglich sein. Moderne Treppenlifte ermöglichen es, den Alltag selbstständiger und unabhängiger zu bewältigen. Es gibt verschiedene Lifttypen, Anbieter und Finanzierungsmöglichkeiten, so dass eine Entscheidung nicht überstürzt getroffen werden sollte.

Einbau und Preis sehr situationsabhängig

Im Gespräch vor allem mit älteren Menschen kann man mitunter davon hören, dass ein Treppenlift kaum etwas gekostet hätte, der Einbau sehr schnell ging und die Bürokratie sich in Grenzen hielt. Neben solchen Fällen existieren aber auch jene, bei denen die Bemühungen um einen eigenen Treppenlift ein langes, teures und nervenzehrendes Unterfangen waren. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass je nach Situation die Pflegekasse (vgl), das Bundesland, die Berufsgenossenschaft oder die Haftpflichtversicherung eines Unfallverursachers für Teile der Treppenliftkosten aufkommen. Zudem lassen sich diese unter „Außergewöhnliche Belastungen“ bei der Steuer geltend machen. Wie alle Korrespondenzen mit Ämtern, Kassen und Versicherungen kann auch jene zum Thema Treppenlift abhängig von Bearbeitern, Anlass und oft auch Glück verschieden verlaufen. Umso wichtiger ist es, alle nötigen Informationen vorab übersichtlich zu sammeln.

Welcher Lift soll es werden?

Aktuelle Daten zu den möglichen Treppenlift-Modellen und deren Preisen finden sich direkt bei den Anbietern. In Ruhe die Funktionen der Trepppenlifte zu vergleichen, kann das Gespür dafür verbessern, welcher Lift letztendlich zum eigenen Heim passt. Neben den drei Varianten des Innenraum-Treppenlifts existieren mittlerweile auch sogenannte Homelifte. Diese werden an die Außenseite bestehender Gebäude angebaut und sind preiswerter und montagefreundlicher als die Aufzüge, die man aus öffentlichen Gebäuden kennt. Mit einem Homelift können zu relativ niedrigen Betriebs- und Wartungskosten bis zu vier Etagen oder 15 Meter Höhe überwunden werden. Für Rollstuhlfahrer kommen alternativ Hub- und Plattformlifte infrage. Ein Hublift benötigt dabei weniger Platz, ist leicht angebaut und erfordert meist kein aufwendiges Genehmigungsverfahren, dafür schafft er aber nur eine Förderhöhe von drei Metern. Das kann zur Überwindung einiger Stufen am Hauseingang oder zum Balkon hin durchaus genügen. Um allerdings mit einem Rollstuhl längere oder mehrere Treppen zu überwinden, empfiehlt sich ein Plattformlift. Dieser besitzt häufig einen Klappsitz, so dass auch Personen ohne Rollstuhl mitfahren können. Es gibt Modelle für gerade und für kurvige Treppen. Die letzte Treppenlift-Variante ist auch die, an die wohl die meisten Laien zunächst denken: Der Sitzlift. Er ist am preisgünstigsten und eignet sich für Menschen, die noch aufstehen und sich hinsetzen können. Diese Art des Treppenlifts ist die meistverkaufteste und lässt sich in der Mehrzahl der Häuser installieren.

Einbaudauer und Kosten variieren nach Typ

Nachdem grundsätzlich geklärt ist, welche Art von Treppenlift zur Situation vor Ort passt, können Preis und Aufwand abgeschätzt werden. Am günstigsten sind einfache Sitzlifte, die mitunter schon für 2500 Euro zu haben sind. Bei kurvigen Treppen kann der Sitzlift aber durchaus auch knapp 10000 Euro kosten. Ab dieser Preisklasse sind auch Plattformlifte erhältlich, wobei wiederum kurvige Treppen einen höheren Aufwand bedeuten. Die Kosten für einen Hublift schwanken zwischen circa 5000 und 15000 Euro und für einen Homelift muss mit mindestens 20000 Euro gerechnet werden. Ähnlich unterschiedlich sind die Bauzeiten. So sind Sitz- und Hublifte normalerweise innerhalb eines halben Tages installiert, für Plattformlifte muss etwas mehr Zeit eingeplant werden, da ein Schienensystem verlegt werden muss. Für den Anbau eines Homeliftes bedarf es schließlich eines Architekten und einer Baugenehmigung.

Litftmodelle Übersicht

Hublift Plattformlift Sitzlift Homelift
Für Innentreppen geeignet ja ja ja nein
Baugenehmigung erforderlich nein nein nein ja
Für Rollstuhlfahrer geeignet ja ja nein ja
Montageaufwand gering mittel gering hoch
Preis 5000 – 15000 € ab 10000 € 2500 – 10000 € ab 20000 €

Testen, mieten oder gebraucht kaufen

Da Treppenlifte komplexe technische Geräte sind, lohnt sich meist der Abschluss eines Service- und Wartungsvertrags. Hier sollte genau geprüft werden, welche Leistungen und Kosten der Vertrag beinhaltet. Wer den Treppenlift nur mietet, weil die Nutzung absehbar nur temporär nötig wird, bezahlt mit der Monatsmiete von meist 50 bis 150 Euro bereits die Wartung. Bei der Mietvariante fällt jedoch meist eine hohe Einmalzahlung für den Einbau an, zudem sind nicht alle Lifttypen zur Miete erhältlich. Der Fachhändler wird anhand der Maße vor Ort und den Anforderungen an das Gerät ein Urteil abgeben. Wer sichergehen möchte, befragt allerdings mehrere Händler und eventuell noch eine unabhängige Beratungsstelle. Eine weitere Alternative ist der Kauf eines gebrauchten Modells. Jedoch lohnt sich dies zumeist nur, wenn ein Sitzlift für eine gerade Treppe im Angebot ist, welcher nur wenige Jahre im Betrieb war. Bei Plattformliften und Sitzliften für kurvige Treppen entfällt der Kostenvorteil meist wegen der Transportschiene, die an die jeweilige Einbausituation angepasst sein muss. Grundsätzlich
sollten gebrauchte Treppenlifte nur beim Hersteller oder einem Fachbetrieb gekauft werden, wo Garantie und Service mit angeboten werden.

Informationen für das Gespräch mit der Fachfirma

Sicherlich werden kundenorientierte Händler und Treppenliftvertriebe problemlos ein Beratungsgespräch mehr führen, wenn es nötig ist, doch hilft es auch dem eigenen Sicherheits- und Wohlgefühl, wenn beim Telefonat oder Bürogespräch bereits nützliche Daten vorliegen. Empfehlenswert ist eine Liste, auf der steht, ob es eine Wendeltreppe oder eine gerade bzw. kurvige Treppe ist, wie breit diese Treppe ist und ob sie sich in einem Miets-, Mehrfamilien- oder Einfamilienhaus befindet. Wichtig ist auch, den Platz zwischen Treppenlift und Tür auszumessen.
Dieser sollte der zu transportierenden Person, Helfern und eventuell dem Rollstuhl genug Raum zum Ein- und Ausstieg bieten. Sollte der Lift außen angebaut werden, muss ein Modell mit wetterfesten Materialien gewählt werden. Neben den Gesprächen mit der Treppenliftfirma dürfen übrigens auch die Hausbesitzer nicht vergessen werden: Während Vermieter verpflichtet sind, den Einbau zu tolerieren, sollten Besitzer einer Eigentumswohnung das Einverständnis der Eigentümergemeinschaft einholen.

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