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Mrz 06

Pflegesachleistung: Was ist das?

Wer zum ersten Mal einen pflegebedürftigen Angehörigen versorgen muss, steht meist nicht nur vor praktischen Fragen, sondern sieht sich auch mit ungewohnten bürokratischen Prozeduren konfrontiert. Diverse Begriffe beschreiben die möglichen Geld- und Sachleistungen, die in Anspruch genommen werden können. Ein wichtiger Fachbegriff ist die sogenannte Pflegesachleistung. Sie ist für Menschen interessant, die auf ein Pflegeheim verzichten.

Pflegeleistungen in den eigenen vier Wänden

Viele pflegebedürftige Menschen möchten ihr gewohntes Heim nicht verlassen und werden daher zu Hause versorgt. In diesem Fall zahlt der Staat entweder Pflegegeld oder Pflegesachleistungen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Kombination beider Leistungen möglich. Auf die Angehörigen kommt somit zwar einiges an Formularen sowie Kommunikation mit der Pflegekasse und dem Pflegedienst zu, doch trägt dies langfristig zu ihrer finanziellen und zeitlichen Entlastung bei. Zusätzlich gibt es mittlerweile Rundumanbieter wie die PflegeWelt GmbH, die Sachleistungen anbieten und gleichzeitig die Beantragung bei der Pflege-Kasse übernehmen.

Der Umfang der Pflegesachleistungen

Die ambulanten Pflegesachleistungen werden von den Pflegekassen in monatlichen Intervallen abgerechnet. Dazu muss ein ambulanter Pflegedienst genutzt werden, der einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen hat. Der Pflegedienst kann Leistungen der Grundpflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung und der häuslichen Betreuung erbringen. Darunter fallen zum Beispiel die Körperpflege, das Umkleiden, die Hilfe beim Essen und Trinken, aber auch Arbeiten im Haushalt, wie das Wäschewaschen und Putzen. Welcher Betrag als Pflegesachleistung übernommen wird, hängt von der individuellen Situation ab. Die Höchstgrenzen zeigt beispielsweise eine Tabelle des Bundesministeriums für Gesundheit.

Abgrenzung zum Pflegegeld

Die Sachleistungen rechnet der jeweilige Pflegedienst in der Regel direkt mit der Pflegeversicherung des Betreuungsbedürftigen ab. Es handelt sich somit nicht um Leistungen, die als Geldbetrag erbracht werden, sondern um solche, die als „Sache“ in Form von Pflege gewährt werden. Das etwas bekanntere Pflegegeld dagegen erhält der oder die Betroffene direkt von der Pflegekasse, meist in Form einer Überweisung. Er oder sie kann dann über die Verwendung des Pflegegeldes grundsätzlich frei verfügen, es also regelmäßig an die Person oder Personen weitergeben, die ihn oder sie versorgen und pflegen. Wie hoch diese monetäre Anerkennung ist, wird nach dem Schweregrad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt.

Pflegestufen und „Einschränkungen der Alltagskompetenz“

Bereits bei einer dauerhaften erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz, etwa wegen einer Demenz oder einer geistig-seelischen Störung, kann eine Pflegesachleistung von bis zu 231 € pro Monat gewährt werden. Der eigentliche Pflegebedarf und die benötigte hauswirtschaftliche Hilfe brauchen für diese sogenannte Pflegestufe 0 noch nicht das Ausmaß der ersten „echten“ Pflegestufe zu haben. Laut aktuellem Pflegestärkungsgesetz steigen die zu erhaltenden Pflegesachleistungen mit den Pflegestufen in eventueller Kombination mit einer festgestellten eingeschränkten Alltagskompetenz auf bis knapp 2000 € monatlich. Letztere werden jedoch nur in Härtefällen ausgezahlt, die meisten Pflegebedürftigen nehmen ambulante Pflegedienstleistungen mit geringeren Kosten wahr.

Kombinierte Leistung und verbleibende Pflegekosten

Zur Zeit besteht die Möglichkeit, einen Leistungsbetrag für ambulante professionelle Dienste zu nutzen und parallel ein anteiliges Pflegegeld für eine nicht erwerbsmäßig tätige Pflegeperson ausbezahlen zu lassen. Für diese Kombinationsleistung werden Prozentsätze vom individuellen Höchstbetrag berechnet. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die tatsächlichen Pflegekosten sowohl Pflegegeld als auch Pflegesachleistungen übersteigen. Dafür ist gesetzlich festgelegt, dass der Versicherte die Differenz selbst zahlt und in manchen Fällen Angehörige zur Zahlung herangezogen werden. Nicht selten besteht auch ein Anspruch auf Leistungen der Sozialhilfe zur Abdeckung der Pflegekosten.

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