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Mrz 13

Die Legende vom kostenlosen Zahnersatz

Egal wie akribisch man sich der Zahnpflege widmet, irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem ein Zahn nicht mehr zu retten ist. Zahnersatz muss her. Das neue Zähne ordentliche Löcher in die Haushaltskasse reißen können, hat sicher jeder schon einmal gehört. Wie kommt es dann, dass man immer wieder Anzeigen findet, in denen mit großen Lettern ein kostenloser Zahnersatz angepriesen wird?

Gibt es tatsächlich Zahnersatz ohne Zuzahlung?

Für den regulären Kassenpatienten ist es sehr schwierig bis nahezu unmöglich, sich Zähne ersetzen zu lassen, ohne dabei in die eigene Tasche greifen zu müssen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen lediglich 50 % der Kosten für eine Standardbehandlung. Wer ein lückenlos geführtes Bonusheft vorweisen kann, der darf je nach Kasse auf bis zu 65 % Zuzahlung hoffen. Bleiben für den Patienten also mindestens 35 % der Kosten, die er selbst bezahlen muss. Der Zahnarzt erstellt nach seiner Diagnose einen Heil- und Kostenplan, der vor der Behandlung von der Krankenkasse abgesegnet werden muss. Dabei werden laut Gebührenordnung festgelegte Kosten für eine Standardbehandlung zugrunde gelegt. Wohlgemerkt Standardbehandlung! Alle Kosten die über diese minimale Grundversorgung hinausgehen muss der Patient zu 100 % selbst tragen.

Was steckt also hinter dem Werbeversprechen „Zahnersatz zum Nulltarif“?

Nun, der Zahnarzt rechnet gegenüber der Krankenkasse nach deren Gebührenordnung ab, dem Patienten stellt er jedoch die tatsächlich angefallenen Kosten in Rechnung. Wenn er die Brücken und Kronen in Asien anfertigen lässt, können die tatsächlich anfallenden Laborkosten deutlich unter dem von der Krankenkasse angenommenen Betrag liegen. So ist es bei Behandlungen mit hohem Laboranteil und vorbildlich geführtem Bonusheft tatsächlich möglich, eine Standardbehandlung für den Patienten kostenlos durchzuführen. Zumindest theoretisch. Schaut man sich die Angebote dann genauer an, fällt einem schnell auf, dass die Beispielrechnungen für Zahnersatz doch sehr optimistisch ausfallen. Spätestens im Kleingedruckten wird dann darauf hingewiesen, dass natürlich jeder Patient ein Individuum ist und im Einzelfall daher auch mit abweichenden Kosten zu rechnen ist. Betrachtet man die Werbeseiten objektiv, wird schnell klar, dass es nicht wirklich um „Zahnersatz zum Nulltarif“ geht, sondern das aufgezeigt wird, wie viel Eigenanteil man einsparen kann, wenn man das Lohngefälle zwischen Deutschland und Asien ausnutzt.

Härtefallregelung und private Versicherungen

In Deutschland muss niemand aus Geldmangel mit fehlenden Zähnen durch die Gegend laufen. Die sogenannte Härtefallregelung legt fest, dass die gesetzliche Krankenkasse sozial Bedürftigen und Personen mit geringem Einkommen, die Standardbehandlung voll bezahlt. Aber auch hier wird nach Gebührenordnung abgerechnet. Liegen die tatsächlichen Kosten höher, muss auch der Geringverdiener in die eigene Tasche greifen.

Wer sich privat krankenversichert, oder in eine Zusatzversicherung investiert, kann selbst entscheiden, welche Leistungen er abgesichert haben will und wie viel er bereit ist, für Zahnersatz dazu zu bezahlen. Hier gibt es vom „rundum – sorglos – Paket für Alles“ bis zu „Zahnersatz ist nicht mit versichert“ unzählige Möglichkeiten. Kostenloser Zahnersatz bedeutet, in diesem Fall, aber auch hohe Versicherungsprämien. Wirklich kostenlos kommt also auch der privat Versicherte nicht davon.

Es lohnt sich durchaus, auch beim Zahnersatz die Preise genau zu vergleichen. Der „Markt“ ist hart umkämpft. Auf neutralen Seiten wie www.zahnersatz.de kann man sich gut informieren, welche Kosten zu erwarten sind und wo es Möglichkeiten gibt, ordentlich zu sparen. Zahnersatz ohne Zuzahlung wird in den meisten Fällen nur mit einer privaten Versicherung möglich sein.

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